Thema Schädlinge

Die meisten Schädlinge befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen. Deshalb sollten alle Maßnahmen getroffen werden, um die Pflanzen so stark wie möglich zu erhalten. Das heißt, für ausgewogene Düngung, ausreichende Wasserzufuhr, für gute Durchlüftung des Standortes, ausreichend Licht (nicht direkte Sonne), und Temperaturen zwischen 18o bis max. 28oC zu sorgen. Ruhezeiten einhalten und die Pflanzen nur in entsprechendem Substrat einzutopfen. Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen sind nie zwischen gesunde zu stellen oder zu setzten. Wenn möglich, sollte man sie sogar in einem anderen Raum ( in Quarantäne) halten.

Was krabbelt da an meinen Pflanzen ?

 In der Winterszeit kommen wir immer öfter dahinter, dass wir von ungebetenen Gästen, die auf unseren Pflanzen herumkrabbeln, heimgesucht wurden.

Seien es Blattläuse, Schmier- oder Wollläuse, Thripsen, Schildläuse oder auch Trauermücken, alle sind sie ungebeten von irgendwo her aufgetaucht und meistens auch nicht mehr ganz einfach loszuwerden. Die klebrigen Ausscheidungen von Blatt-Schild- und Wollläusen sind der beste Nährboden für verschiedene Pilze, die dann ihrerseits die Schädigung der Pflanzen weiter fortführen können. Schuld sind meistens zu trockene Luft (Heizung), zu wenig Licht und Luftbewegung. Die meisten Pflanzen sind an tropisches Klima gewöhnt und leiden daher in der Winterzeit bei uns vor allem an Lichtmangel. Sie sind dadurch viel anfälliger für alle Arten von Schädlingen aber auch Krankheiten.

Wenn man also in seiner unmittelbaren Umgebung nicht mit Insektiziden seinen eigenen Lebensraum einschränken oder gar vergiften will, muss man auf die Hilfe der biologischen Feinde zurückgreifen. Sei dies im Wintergarten, im Glashaus oder im Garten, immer mehr Pflanzen- und Naturliebhaber bedienen sich solcher Nützlinge.

Nur muss man sich für die eine oder andere Variante entscheiden. Denn wenn man Schädlingsvertilgungsmittel einsetzt, so werden damit auch die Nützlinge geschädigt, die noch dazu wesentlich empfindlicher darauf reagieren. In der Natur hat jedes Insekt mindestens einen Feind, meistens mehrere, und diese gilt es gezielt einzusetzen.

Einer davon ist der allseits beliebte heimische Marienkäfer. Den gibt es in einigen Farbvariationen und mit zwei oder sieben Punkten. In schwarz mit roten Punkten, in gelb mit schwarzen Punkten und am häufigsten ist der auch als Glücksymbol gehandelte rote mit den schwarzen Punkten. Sie fressen Blattläuse in Massen, und auch ihre Larven sind wahre Fressmaschinen, die täglich 100 und mehr Blattläuse verzehren. Als Verstärkung kann man sich auch noch den australischen Cryptolaemus-Marienkäfer, dessen Larven  auch Woll- und Schmierläuse angreifen, in den Wintergarten oder das Glashaus holen. Er ist sehr standorttreu, solange nur genug Futter vorhanden ist. (sie brauchen aber Wärme um die 20-22°C, dann vermehren sie sich auch). Ein Käfer lebt etwa 50 – 60 Tage.

Auch die Florfliege und deren Larven sind eifrige Helfer zur Bekämpfung von Blattläusen. Die Florfliegenlarven machen sich dazu auch noch über Thripse, Spinnmilben und Wollläuse her.

Im Garten sind Ohrwürmer sehr nützliche Helfer gegen Blattläuse aller Art. Sie fressen bis zu 100 Stück in einer Nacht. Wenn man ihnen geschützte Unterkünfte gibt, so sind sie ziemlich standorttreu und entlausen einen Baum oder Strauch regelmäßig und sicher.

Bei Befall mit der weißen Fliege gilt es die Encarsia-Schlupfwespe einzusetzen. Man bekommt kleine Briefchen, in denen sich die Eier befinden. Diese werden in den betroffenen Pflanzen aufgehängt. Die Wespenlarven schlüpfen und entwickeln sich zu ganz kleinen Wespen, die sich dann über die Eier und Larven der weißen Fliege hermachen.

Lästig sind auch die kleinen schwarzen Trauermücken. Die Mücken richten keinen großen Schaden mehr an, sind eher nur mehr ausgesprochen lästig, wenn sie im Wohnbereich vermehrt auftreten. Man bekämpft sie am besten mit Gelbstickern, die sie gerne anfliegen und an denen sie dann kleben bleiben. Die Trauermückenlarven jedoch richten mitunter ziemlichen Schaden an, indem sie im Topf an feinen Faserwurzeln fressen und mitunter in großen Wurzeln ganze Fraßgänge anlegen, über die dann Bakterien und auch Viren in die Pflanze eindringen können. Für die Larven gibt es als Gegenspieler Nematoden der Steinernema feltiae.

Ein weiterer Schädling an unseren Pflanzen können Spinnmilben sein. Bei stärkerem Befall können ganze Pflanzenteile total eingesponnen sein. Die Milbe selbst ist sehr klein, fast nur mit einer Lupe zu sehen, und sie sind äußerst schwierig zu bekämpfen. Die Stichstellen an den Blättern und Stängeln sehen wie helle Blattsprenkelungen aus, die mitunter ineinander fließend sind. Die Blätter vergilben und vertrocknen. Hier muss die Phytoseiulus-Raubmilbe eingesetzt werden.

Im Garten gibt es auch oft Verdruss mit den Gartenlaubkäfern. Sie fliegen oft in Massen Ende Mai bis Ende Juni (je nach Witterung) und werden deshalb auch fälschlicherweise Juni- oder Rosenkäfer genannt. Die Käfer richten an Rosen mitunter große Schäden an. An jungen Obstbäumen und deren Blüten und Fruchtansätzen kann ein Laubkäferbefall einen Totalausfall für das Jahr bedeuten. Die Käfer werden gerne von Spatzen, Meisen und Bachstelzen erbeutet. Den Käfer kann man recht gut mit einer Phyllotrop-Falle bekämpfen. In diese Fallen werden die Käfer mittels natürlicher Duftstoffe gelockt. Am besten zu bekämpfen sind vor allem die Larven, die wie kleine Engerlinge aussehen, im Rasenuntergrund leben und durch den Wurzelfraß auch große Kahlstellen erzeugen können. Zu bekämpfen sind sie mit speziellen Nematoden, welche die kleinen Engerlinge befallen und dann absterben lassen.

Es empfiehlt sich aber, die Nützlinge vorbeugend zu organisieren, bevor der Befall zu stark ist.

Dazu gibt es auch noch die Möglichkeit, für viele unserer Helfer artgerechte Unterkünfte zu schaffen, die diesen optimale Schlaf – Brut –und auch Winterquartiere geben. Und so können diese von Anfang des Gartenjahres an präsent sein und ihr tatkräftiges Werk zu unserem Wohle beginnen, sobald die Temperaturen und die Vegetation dies zulassen. Da gibt es vieles, vom Nistkasten für Meisen über ein spezielles Florfliegenhaus, ein Marienkäferhaus sowie ein spezielles Insektennistholz. Letzteres gibt Unterkunft für Wildbienen, Grab –Falt- und Wegwespen, welche alle Nützlinge in unserem Garten sind.

Wichtig! Alle diese Arten sind völlig ungefährlich gegenüber Menschen und auch Haustieren.

Zu den effektivsten Nützlingen zählen vor allem auch Spinnen, sie sind für das natürliche Gleichgewicht einfach unheimlich wichtig. Daher sollte man versuchen, seinen Ekel (wenn vorhanden) zu unterdrücken und überall wo es nur möglich ist und unseren Frieden nicht zu sehr stört, diese fleißigen Helfer ihrer Tätigkeit nachgehen und vor allem ihr Leben zu lassen.

Unsere Mitgliedsgärtnerei „ Jäger“  ist Partner der Fa. biohelp und besorgt Ihnen alle die vorgestellten Nützlinge,  auch die ganz speziellen Unterkünfte für diese biologischen Helfer sind dort zu bekommen.

 

Problemfall Läuse

Problemfall Milben, Thrispen und Fliegen