Herbst – Winter

Grundsätzliches zur Vorbereitung auf den Winter

So Mitte bis Ende September – die Tage sind schon wieder wesentlich kürzer geworden – sind Pflanzen, die den Sommer im Freien verbracht haben, ins Winterquartier zu verbringen. Cymbidien und Dendrobien können noch draußen verbleiben, wenn sie geschützte Plätze haben, bis die Nachttemperaturen bis auf 6 – 8 Grad zurückgehen. (Dann dauert es bei uns bis zu den ersten Nachtfrösten meist nicht mehr lang!)

Im Glashaus und Wintergarten kann die Schattierung entfernt werden, und auch am Fensterbrett brauchen die Pflanzen jetzt mehr Licht. Lichtbedürftige Gattungen sollten jetzt an einen helleren Standort umziehen.(z.B. vom Nord – ins Südfenster ). Vor der Einbringung ins Glashaus oder in den Wintergarten die Pflanzen genau kontrollieren. Es könnten sich ja ungebetene Gäste einen neuen Wirt gesucht haben ( wie Läuse, Asseln, oder Schnecken). Schnecken und Asseln können nicht schwimmen. Sie mögen es feucht, aber nicht unter Wasser. Taucht man eine Pflanze bis zum Hals ca.15 Minuten, so kommen ungebetene Untermieter entweder zu Tage oder sie ertrinken, wenn sie tief im Substrat sitzen. Vor dem Einräumen auch gelbe oder vertrocknete Blätter und Blütentriebe, sowie eventuell durch Samenanflug keimendes Unkraut entfernen.

Zur Vorsicht die Pflanze mit einem Mittel auf Parafinölbasis- oder Niembaum- Auszügen spritzen und anschließend gut abgetrocknet einräumen. Damit ist auch versteckt sitzenden Laus-Populationen schon entgegengewirkt, und im Freien ist das Sprühen meist auch leichter und problemloser durchzuführen als dann im Wintergarten oder im Glashaus.

Grundsätzliches zum Licht im Winter

So wie sich das Jahr dem Ende zuneigt, wird auch das Licht von Tag zu Tag weniger. Im November – Dezember –Jänner haben wir kaum 8 – 9 Std Licht. Die Sonne scheint in diesen Monaten meist auch nicht, und wenn in einem ganz flachen Winkel, und so ist die Lichtintensität so gering, dass es für ein Wachstum der Pflanzen meist nicht ausreicht. In dieser „dunklen“ Jahreszeit leiden nicht nur wir Menschen unter dem Lichtmangel, sondern auch die Pflanzen. Nun gilt es unseren Orchideen möglichst optimale Bedingungen zu bieten und sie an ein Südfenster zu stellen, wo die Intensität wesentlich höher ist.

Da der Faktor LICHT durch die kurzen Tage eingeschränkt ist, sind auch die Faktoren WASSER und NÄHRSTOFFE einzuschränken, da sie von den Pflanzen nicht oder nur unzureichend verarbeitet werden können. Bei besonders lichthungrigen Gattungen empfiehlt es sich, eine zusätzliche Belichtung zu installieren. (ansonsten gibt es keinen Blütenansatz oder er trocknet wieder ein). Dabei eignen sich besonders Tageslicht – Leuchtstoffröhren, die das gesamte Spektrum an Lichtstrahlen bieten.

In den meisten Tropengebieten gibt es das ganze Jahr über einen 12 – 12 Rhythmus.12 Std. Tag und 12 Std. Nacht .(dies verändert sich max. um ½ Std. im Jahreslauf ) Um also annähernd die optimale Lichtintensität zu erreichen, müssen wir in den dunklen Monaten 4 – 5 Std. nachbelichten, damit lichthungrige Orchideen nicht leiden müssen.

Grundsätzliches zur Ruhezeit bei Orchideen

Viele Orchideen haben im Winter, bei uns auch die lichtarme Zeit, ihre Ruhezeit. Meist waren diese im Sommer über in ihrer Vegetationszeit im Garten oder im Schatten am Balkon. Sie werden im Herbst und Winter in einem kühlen Raum oder Teil des Glashauses einquartiert. Nachtabsenkungen bis 6°C können die meisten trocken gut vertragen. In dieser Zeit dürfen die Pflanzen nur sehr vorsichtig gegossen, aber nicht mehr gedüngt werden. Erst im Februar – März, bei ansteigendem Tageslicht und wärmeren Temperaturen darf wieder etwas gedüngt und öfters gegossen werden. Bald schon zeigen sich dann die Blütenansätze, sowie die Ansätze der neuen Triebe. Diese kühle bis kalte Kultur bevorzugen sehr viele Dendrobien (fast alle Nobile-Hybriden), viele Oncidien und Miltonien (und deren Hybriden), sowie einige Cattleyen. Auch Cymbidien können dort gehalten werden, diese bilden aber meistens je nach Art, von Dezember bis März ihre Blütenrispen aus und beglücken uns so mitten im Winter mit schönen Blüten.

Die Gattung Phalaenopsis, vor allem die Hybriden, hat keine ausgeprägte Ruhezeit. Sie können daher in unseren Wohnräumen bei etwa 20°C verbleiben und blühen dort auch das ganze Jahr über, sofern sie genügend Licht bekommen

Grundsätzliches zur Luftfeuchtigkeit

Fast alle Orchideen lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese ist durch die Herkunft ihrer Vorfahren aus den Tropen genetisch bedingt. Botanische Gattungen wie z.B. Ascocentrum oder Aerangis brauchen besonders hohe Luftfeuchtigkeit, ansonsten wird das Blühen einfach eingestellt. Andere, wie die für die Fensterbank gezüchteten Orchideenhybriden, sind allerdings so entwickelt worden, dass sie mit den Bedingungen in unseren Wohnungen sehr gut gedeihen. Phalaenopsis z.B. müssen normalerweise nicht zusätzlich besprüht werden, wenn sie sonst gut versorgt sind (außer wir haben es mit einer extrem trockenen Heizungsluft zu tun).