Gießen

Grundsätzliches zum Thema Gießen

Am besten verwendet man zum Gießen von Orchideen sauberes Regenwasser. Dazu werden entsprechende Vorratsbehälter aufgestellt, diese müssen aber im Jahr etwa 2x gereinigt werden. Es dürfen sich keine organischen Bestandteile anreichern, ansonsten besteht die Gefahr von Pilz- und Bakterieninfektionen. Nicht jeder hat aber derartige Möglichkeiten. Als Alternative gäbe es auch andere Quellen, wie Umkehrosmose oder Ionentauscher, oder auch destilliertes Wasser aus dem Baumarkt.

Wer aber in Gegenden wohnt (Südseite des Inntales), wo das Trinkwasser sehr weich ist , kann dieses meistens ohne Bedenken zum Gießen verwenden. Den pH-Wert ihres Trinkwassers können Sie kostenlos bei ihrem Gemeindeamt erfahren.

Es gibt aber auch Orchideen, welche Kalk brauchen, um zur Blüte zu kommen und um zu überleben. Das sind alle Gattungen von Paphiopedilen, Phragmipedien und Cypripedien (Frauenschuhorchideen).

Es ist fast für alle im Zimmer gehaltenen Orchideen von Vorteil, wenn sie nicht in Übertöpfen gehalten werden. Es passiert zu leicht, dass überschüssiges Wasser im Übertopf stehen bleibt und dadurch dann das Substrat sauer wird. Dabei werden die Wurzeln geschädigt und verfaulen, was mitunter den Verlust der Pflanze zur Folge hat. Es gibt aber spezielle Verdunstungsschalen. Hier stehen die Pflanzen auf ca.1cm hohen Plastik Gittern, das überschüssige Wasser kann ablaufen. Durch Verdunstung des Wassers bildet sich ein Mikroklima rund um die Pflanze.

Gegossen werden Orchideen etwa jede Woche, im Hochsommer zwei – dreimal. Es ist aber davon abhängig, wo sie stehen (z.B.am Fensterbrett, südseitig, sonnig oder über einem Heizkörper) und wie warm und trocken der Standort an sich ist.

Dennoch ist das Beibehalten einer sich bewährten Praxis richtig ! Lassen Sie sich vom Geschriebenen nicht von Ihrer bewährten Praxis abbringen !

Es gibt 3 Möglichkeiten, Orchideen zu bewässern: Gießen, Sprühen oder Tauchen. Sie müssen für sich die richtige Methode wählen. Dazu einige Gedanken:

Im Wohnbereich ist Gießen wohl das Angebrachteste. Achten Sie aber darauf, dass das Gießwasser mind. Zimmertemperatur hat. In Untersetzer laufendes Wasser erst nach ca.1/2 Std – dann aber sicher – entfernen.

Sprühen kommt wohl nur in Glashäusern und Wintergärten bei großen PflanzenBeständen zum Tragen. Die Temperatur muss ca.5°C über der Raumtemperatur liegen.

 Tauchen, jede 2.Woche, ist bei vielen beliebt. Dabei ist nur zu beachten, dass jede Pflanze in neues, sauberes Wasser getaucht wird, damit nicht Keime und Bakterien sowie Eier von Schädlingen von einer zur anderen Pflanze übertragen werden und damit nach und nach der gesamte Bestand angesteckt wird.

Orchideen auf der Fensterbank benötigen unbedingt eine ausgewogene Luftzirkulation. Diese darf an warmen Tagen durchaus intensiv sein. Lüften sie oft und kräftig – ihren Orchideen zuliebe! Auch im Winter ist jede sich bietende Gelegenheit zum Lüften zu nützen. (schützt vor Schädlingsbefall!)

Was ist drin im Gießwasser?

Normalerweise vertragen Orchideen keinen Kalk (außer Phragmipedium und Paphiopedilum ) und kein Salz. Der pH-Wert soll zwischen 5 und 6,5 liegen. Der Leitwert (weitgehend vom Salzgehalt abhängig) soll zwischen 250 und 400 Mikrosiemens liegen. Die Verträglichkeit ist aber unterschiedlich. Die meisten Naturformen sind dabei wesentlich empfindlicher als schnellwüchsige Hochzuchthybriden (wie die handelsüblichen Phalaenopsen). Es ist also äußerst ratsam, mindestens 1x jährlich eine Messung des pH-Wertes und des Leitwertes seines Gießwassers durchführen zu lassen ! (Wird im TOV bei Voranmeldung gratis durchgeführt ). Auch Regenwasser kann durch Verunreinigungen in der Luft Salze und sogar Säuren enthalten, daher etwaige Vorratsbehälter sauber halten und den Inhalt messen lassen.

Dass bei uns in Tirol das Leitungswasser nicht nur viele Mineralien, sondern auch relativ viel Kalk (zumindest auf der nördlichen Seite des Inntales) beinhaltet, dürfte ja hinreichend bekannt sein. Wenn man also diesen Wert kennt, kann man durch mehr oder weniger Zugabe von Regenwasser diesen Umstand verändern bzw. ausgleichen. Dasselbe gilt im Umkehrschluss für saures Wasser (spez. in einigen südlichen Seitentälern des Inntales ). Erst wenn man die genauen Werte des Gießwassers (ob Regen-oder Leitungswasser) kennt, kann man dann auch die zu verwendende Düngermenge genau eruieren, um den idealen Wachstumsfaktor – Nährstoff zu bestimmen.

 

Wünschen Sie eine Gratis-Messung Ihres Gießwassers, bitte zuvor Kontakt mit dem Obmann aufnehmen, um die notwendigen Vorgangsweisen abzuklären !

Bitte beachten Sie auch den Artikel „Vorkehrungen zur Wasseranalyse“.