Frühjahr – Sommer

Pflege der Orchideen im Frühjahr bis Mai  

 Nun hat der Tag bereits wieder um mehr als 2 Std. zugenommen. Nun steht einer der 5 Wachstumsfaktoren, nämlich LICHT, wieder ausreichend zur Verfügung, und daher kann auch wieder mehr und häufiger gegossen und gedüngt werden. Das ist auch die beste Zeit zum Umtopfen, die Pflanzen wachsen gut an und haben einen ganzen Sommer lang Zeit zum Weiterwachsen und Entwickeln.

Die 5 Wachstumsfaktoren sind: LICHT – LUFT – TEMPERATUR – WASSER – NÄHRSTOFFE

Von diesen Faktoren, bzw. dem Verhältnis zueinander, hängt dann die chem. Reaktion in der Pflanze – die Photosynthese – ab. Sie ist praktisch der Lebensmotor der Pflanze. Die „Photosynthese“ läuft am besten, wenn alle 5 Wachstumsfaktoren im Verhältnis, das aber je nach Pflanzenart unterschiedlich ist, angeboten werden. Dann gibt es auch den maximalen Zuwachs. Der Umkehrschluss daraus ist, dass der Erfolg des pflanzlichen Wachstums von jenem Wachstumsfaktor abhängig ist, der jeweils in der geringsten Menge verfügbar ist. Im Winter leiden unsere Pflanzen an Lichtmangel. Dieses wenige verfügbare Licht bestimmt nun die Wachstumsgeschwindigkeit, und zwar unabhängig von der Verfügbarkeit aller anderen Wachstumsfaktoren.

Wir müssen also verhindern, dass nicht nutzbare, das heißt also im Überfluss angebotene Wachstumsfaktoren zu einer Schädigung an der Pflanze führen. In der Praxis heißt dies, wenn im Winter bei wenig Licht gleich viel gegossen wird wie im Sommer, so entsteht Staunässe, da diese Menge Wasser von der Pflanze nicht aufgenommen und verarbeitet werden kann. Die Staunässe verhindert die Wurzelatmung, und diese ist bei den meisten Orchideenarten von eminenter Bedeutung. In weiterer Folge ersticken die Wurzeln, und schließlich faulen sie. Ähnliches passiert, wenn zugeführte Nährstoffe nicht genutzt bzw. verarbeitet werden können.

Für uns heißt dies, wir müssen den „Minimumfaktor“ erkennen und alle anderen Wachstumsfaktoren darauf abstimmen. Es muss uns einfach bewusst werden, dass die 5 Wachstumsfaktoren in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander der Schlüssel für eine gesunde Pflanze sind. Und nur eine gesunde Pflanze kann einen reichen Blütenflor bringen, der ja der ursprüngliche Grund zur Haltung und Kultur ist.

Grundsätzliches zum Übersommern der Orchideen

Sehr viele Gattungen (aber nicht alle !) profitieren von einer „Sommerfrische“ im Garten. Vor allem sind es jene aus dem kalten und temperierten Bereich, z.B. Cymbidien, Oncidien, Dendrobien und fast alle daraus resultierenden Hybriden. Diese Gattungen vertragen auch mal eine Temperaturschwankung in der Nacht auf 10 -12°C, wie sie bei uns auch im Sommer öfter vorkommt. Sie profitieren von der frischen Luft (Wind), vom Sonnenlicht und auch vom gelegentlichen Regen.(bei langen Regenperioden Schutz geben !)

Nach den Eisheiligen, wenn unsere Bäume wieder genügend Blätter für Schutz und Schatten haben, können die Pflanzen aufgehängt werden, und dort bis zum Spätsommer verbleiben. Nur ganz wenige können dabei zeitweise halbtags in der Sonne sein, die meisten lieben es aber im luftigen Schatten zu übersommern .Es ist aber ganz wichtig darauf zu achten, dass Schädlinge wie Schnecken oder Asseln keinen Zugang haben (Orchideen zählen zu den Lieblingsspeisen dieser Schädlinge).

Grundsätzliches zum Lichtbedürfnis von Orchideen

Die meisten Orchideen mögen viel Licht, aber keine direkte Sonne. Der Standort am Fenster ist meistens ideal, denn in den Raum hinein nimmt die Lichtmenge stark ab.(nach 1m nur mehr 50% ) Wenn die Fenster in Ost- oder Westrichtung liegen, sind diese zu bevorzugen. Bei Süd- oder Nordausrichtung müssen Sie mit den Pflanzen entweder wandern oder entsprechende Abhilfe schaffen. Im Herbst und Winter sind Südfenster meist gut geeignet, im Frühjahr und Sommer sollten sie dann im Nordfenster stehen. Bei starker Sonneneinstrahlung können massive Brandflecken an den Blättern entstehen (der so genannte Brennglaseffekt) und für die Pflanze allgemein einen starke Stress verursachen. Die Folgen sind mitunter ausbleibende Blütenbildung bis hin zum totalen Verlust der Pflanze.

Die Pflanzen sollten durch Schattierungsmaßnahmen in den Sommermonaten davor geschützt werden. Oft hilft – wenn keine Jalousie vorhanden ist – schon dünnes Seidenpapier vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung.