FAQs

Worauf sollte man beim Kauf von Orchideen achten?

 Wenn Sie sich eine Orchidee anschaffen wollen, so kann Ihnen nur geraten werden, diese bei einem entsprechenden Fachbetrieb zu kaufen. Die im Supermarkt oder in Baumärkten angebotenen Pflanzen sind oft vom Preis günstiger, aber die Qualität ist auch meistens um 2-3 Klassen tiefer. Dies ist deshalb der Fall, weil solche billigen Pflanzen (meist Phalaenopsen) in einer Rekordzeit zur Blüte gebracht werden, und zwar in Glashäusern, welche computergesteuert die idealsten Bedingungen bei der Aufzucht bieten. Dadurch können sie in viel kürzerer Zeit zur Blüte und zum Verkauf gebracht werden. (Doping für Pflanzen) Wenn Sie derartige Pflanzen kaufen, kommen diese praktisch vom Himmel in die Hölle. Denn Sie können zu Hause nicht auch nur annähernd die von der Pflanze gewohnten Bedingungen aufbringen, und so sind sie oft nicht anderes als Todeskanditaten.

Leider sind damit solche Orchideenpflanzen heute zu Wegwerfpflanzen mutiert, denn nach dem Abblühen werden sie entsorgt. (Na – bei dem Preis!!)

Der qualitätsbewusste Orchideengärtner investiert 2,5 bis 3 Jahre mehr in Kultur und Wachstumszeit. Dieses Mehr an Zeit und Pflege kostet dem Gärtner natürlich auch wesentlich mehr. Die Pflanze hat aber Zeit sich zu entwickeln, wird nicht übertrieben gepuscht, wird abgehärtet und dadurch stabil und ist dann schlussendlich gegen Schädlinge und Krankheiten viel resistenter. Wenn man sich an Pflanzen und deren Blüten lange und immer wieder erfreuen will, so sollte man eben Orchideen um etwas mehr Geld in einem Fachbetrieb erstehen. Dann erlebt man, dass es die dankbarste Zimmerpflanze ist.

Wenn Sie Mitglied im Tiroler Orchideenverein sind, können wir natürlich unsere Mitgliederfachbetriebe besonders empfehlen, bei denen Sie gegen Vorlage der gültigen Mitgliedskarte 10% Rabatt auf Ihren Kauf bekommen.

•   Fa. Jäger in Thaur  (an der Bundesstraße)

•   Fa. Blumen TAUber in Igls-Hilberstr.16

•   Fa. Orchideengärtnerei Alois Putzer in Feldthurns/ Südtirol

 

Was kann ich gegen Pilzbefall unternehmen?

Pilzkrankheiten an Orchideen können meist recht erfolgreich biologisch mit Ackerschachtelhalm bekämpft werden. Dabei ist es der hohe Gehalt an Kieselsäure, der den Erfolg herbeiführt. Ackerschachtelhalm kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Wer diesen nicht kennt, sollte ihn sich im Reformhaus beschaffen. Dabei werden ca. 150 g des Krautes in 1 l Wasser angesetzt und damit die Pflanzen besprüht und gegossen. Verwendet man Schachtelhalmpulver, so werden ca. 200 g davon in 1 l Wasser ungefähr eine halbe Stunde lang leicht gekocht. Bei vorbeugendem Spritzen auf 1:10 verdünnen. Bei befallenen Pflanzen setzt man das Verhältnis auf 1:15 hinauf. Einige Male wiederholen.

Wirkt auch sehr gut gegen Blattläuse!

Vorbeugend hilft es auch, Zwiebelschalen einige Stunden im Wasser ziehen zu lassen und die Pflanzen damit alle 3 bis 4 Wochen zu besprühen.

 

Wie kommt es dazu, dass eine schön blühende Phalaenopsis plötzlich die Blüten und Knospen abwirft?

Vorausgesetzt, dass die Pflanze ansonsten gesund ist, gibt es dazu eigentlich nur drei Auslöser für eine derartige „Katastrophe“.

1. Die Pflanze stand im kalten Luftstrom. Dies passiert häufig im Winter, wenn zur Lüftung Fenster, in deren Nähe die Pflanzen stehen, gekippt werden.

2. Wenn sich Äpfel oder anderes reifes Obst im selben Raum wie Orchideen befinden (z.B. wenn große Obstschalen im Wohnzimmer aufgestellt werden) Der Grund und Auslöser ist das dem Obst entströmende Ethylengas.                                                                           

3. Nach einem Fondue-Abend, bei dem mit Spiritus beheizt wurde. Hier können bei der Verbrennung bestimmte Stoffe, die zur Vergällung von Spiritus verwendet werden, freigesetzt werden. Das kann auch der Auslöser für den Blüten- und Knospenfall sein.

 

Kann man an den Wurzeln erkennen, ob eine Orchidee gesund ist?

Bei fast allen Orchideen, selbst bei ganz kleinen Vertretern, fällt auf, dass der Umfang der Wurzeln verhältnismäßig groß ist. Das sagt uns, dass wir diesem Teil der Pflanze ein ganz besonderes Augenmerk schenken müssen. Denn nur Pflanzen mit gesunden und voll funktionsfähigen Wurzeln gewährleisten einen reichen Blütenflor. Betrachtet man Orchideenwurzeln, so fällt auch auf, dass sie von der Basis bis an das Ende hin fast gleich stark sind, und nur ganz selten verzweigen.

Orchideenwurzeln sind wie folgt aufgebaut: in der Mitte sitzt der Gefäßbündelzylinder (eine harte, holzige, dünne Röhre), dieser wir nach außen hin von der Endodermis (mit Durchlasszellen) umschlossen. Diese wiederum wird von der Rindenschicht und weiter von der Exodermis umhüllt, (welche ebenfalls Durchlasszellen aufweist). Die äußerste Schicht bildet das Velamen, eine schwammige, weißliche Hülle. Die Wurzeln können rund, aber auch breit – abgeflacht sein. Die äußere Gestalt richtet sich nach der Funktion, die sie zu erfüllen hat. Ob sie für guten Halt auf einer Oberfläche sorgen muss oder ob sie in lockerem Substrat steckt.

Auffällig ist auch die Wurzelspitze. Sie hat eine glatte Oberfläche und ist von frischgrüner Farbe. Je länger diese Spitze ist, umso gesünder und funktionsfähiger ist die Wurzel. Aber Vorsicht, diese Wurzelspitze ist sehr druck – und berührungsempfindlich!

Orchideenwurzeln haben die Gabe, mit Pilzen eine Gemeinschaft einzugehen, eine so genannte Symbiose (Keimung – Nährstoffspaltung – und Transport). Das weißliche Velamen färbt sich beim Benetzen leicht grünlich und ist dann bereit, Wasser sowie Nährstoffe aufzunehmen wie ein Schwamm. Der Vollständigkeit halber soll festgehalten werden, dass nicht alle Orchideenwurzeln über ein Velamen verfügen. Wohl aber bei allen epyphitisch wachsenden Gattungen, und dies sind ca. 70% . Bei einigen Gattungen, wie etwa bei Chiloschista, die kaum ein Blatt entwickelt, haben die Wurzeln sogar die gesamte Photosynthese übernommen. Wurzeln, die direkt in das Substrat wachsen und trotzdem über ein Velamen verfügen, sind rund, und – wie bei Paphiopedilum – bilden sogar kurzfristig Wurzelhaare (die so genannte Wurzelwolle) aus.

Die Wurzeln zu pflegen und möglichst gut zu erhalten, muss unsere oberste Prämisse sein. Danach richten sich auch die Ansprüche an das Substrat. In der Natur nehmen die Wurzeln fast 2/3 des Volumens einer Pflanze ein. Möglichst viele Wurzeln müssen daher unser Kulturziel sein!